Make Films Not War - Pazifistisches Kino

Vorträge, Filmprogramm und Workshop in München und Los Angeles, Dokugame

Filmvortrag MAKE FILMS, NOT WAR im Münchner Filmmuseum, Filmbeispiel J'ACCUSE

Der Film lieferte während des Ersten Weltkriegs erstmals in der Geschichte schockierende ‚authen­tische’ Dokumente der Kämpfe und wurde selbst zur mächtigen Propagandawaffe. Zugleich entstand eine revolutionäre Idee: Kino gegen den Krieg. Kann Film helfen, Frieden zu erhalten und für die Ideale der Gewaltlosigkeit und des gegenseitigen Verstehens instrumentalisiert werden? Kann das Kino uralte Fixierungen auf mythische Helden, adoleszente Abenteuerlust, archaische kollektive Zerstörung, überholte Freund-Feind-Stereotypen, Hass und Rachefantasien, Kameradschafts-Legenden und so genannte „reinigende, stählende Kriegsgewitter“ aufbrechen? Seit 1913 versuchen Antikriegsfilme dies auf vielfältige Weise zu erreichen und sich gegen den Mainstream zu stemmen.

Die Vorträge von Alexander Schwarz gaben einen Überblick über diese bis auf einige berühmte Werke (wie "Im Westen nichts Neues") weitgehend unbekannte Filmtradition, mit Filmbeispielen vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Der erste Vortrag fand im Filmmuseum München statt, zusammen mit der Vorführung zweier Beispiele des pazifistischen Kinos: „Namenlose Helden“, Österreich/Deutschland 1925, Regie: Kurt Bernhardt (Fragment 15 min.) und „Niemandsland“, Deutschland 1931, Regie: Victor Trivas (82 min.). Mehr Informationen zur Filmreihe Der erste Weltkrieg im Film" bzw. im Programmheft.

Der Vortrag wurde in erweiterter Form am Jahrestag des Friedensschlusses von 1918 bzw. dem Veterans' Day, dem 11. November 2014, im Goethe-Institut in Los Angeles gehalten. Alexander Schwarz hat das Film- und Vortragsprogramm Make Films Not War – Mediale Strategien gegen den Krieg" in L.A. und Santa Monica kuratiert, das vom 8. November bis 22. November 2014 stattfand, und nahm am Workshop "Gaming und Warfare" im Goethe-Institut teil.

Diese Aktivitäten stehen im Zusammenhang mit mehrjährigen Recherchen zur Geschichte des Antikriegsfilms und des Pazifismus, die in unsere derzeitige Entwicklung des Dokugames „Peace Camp“ (AT) mit Ilona Grundmann Filmproduction und Zeitland media & games, Ludwigsburg, eingehen.